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Brandenburg an der Havel, Strafanstalt Altstadt, Konzentrationslager, „Tötungsanstalt“

Adresse

Strafanstalt Brandenburg/Altstadt
Konzentrationslager
„Landespflege-Anstalt Brandenburg a. d. Havel“
Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde
Brandenburg an der Havel, Nicolaiplatz 28 (früher: Neuendorfer Straße 90), Deutschland

Informationen zum Ort

  • 1820: Umbau des alten Invalidenhauses zu einer Strafanstalt

  • 1896: Ausbau der Haftanstalt

  • 1931: zunächst Schließung wegen katastrophaler hygienischer Zustände; Verlegung der Gefangenen von der alten Strafanstalt aus der Innenstadt in die neue Anlage

  • 1933: Einrichtung eines Konzentrationslagers im alten Zuchthausgebäude unter Leitung der Polizeischule Brandenburg; im Oktober 1933, neben Lichtenburg, Papenburg und Sonnenburg, Anerkennung als „staatliches Konzentrationslager“

  • 1934: im Januar Auflösung des Lagers und Überstellung der Häftlinge in die Lager Lichtenburg, Oranienburg und Papenburg. Der leerstehende Gebäudekomplex wurde anschließend wieder als Gefängnis unter dem Namen Strafanstalt Brandenburg/Altstadt genutzt. Im September 1937 überstellte man die Kasseler Zeugen Jehovas Adolf Buchholtz, Julius Hochgräfe und Heinrich Homburg aus dem Strafgefängnis Berlin-Plötzensee in diese Haftstätte.

  • 1939: Auflösung des Gefängnisses und Einrichtung als „Euthanasie-Anstalt“ (Aktion T4) unter dem Deckmantel als „Landespflege-Anstalt Brandenburg a. d. Havel“

  • 1940: Schließung und Verlegung der „Tötungsanstalt“ nach Bernburg/Saale; bis Oktober 1940 wurden mehr als 9000 Menschen in Brandenburg a. d. Havel durch Gas getötet, darunter der aus Euskirchen stammende Zeuge Jehovas Arthur Rückert.

(Bendig: „Von allen Höllen“, S. 103–109; Ley/Hinz-Wessels: Die Euthanasie-Anstalt.)

Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

4

Männer

Anzahl nach aktuellem Forschungsstand

Gedenkzeichen

Im August 2012 eröffnete die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten im ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Alten Zuchthauses die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel. Am historischen Ort informiert eine Dauerausstellung über die Ermordung von mehr als 9.000 kranken und behinderten Menschen zwischen Januar und Oktober 1940. Derzeit findet sich kein Hinweis über ermordete Zeugen Jehovas in der Ausstellung.

Link zur Website der Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel.

Außenansicht der Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde, Nicolaiplatz, im Jahr 2014.
Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde, Nicolaiplatz, 2014 (Gedenkstätten Brandenburg an der Havel).

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