Jonathan Stark
- Vorname(n)
- Jonathan
- Nachname
- Stark
- Geburtsdatum
- 8. Juli 1926
- Geburtsort
- Ulm, Deutschland
- Todesdatum
- 1. November 1944
- Todesort
- Sachsenhausen, Konzentrationslager
- Verfolgungsbedingte Todesart
- Im Konzentrationslager hingerichtet
- Beruf
- Lehre als Lithograph
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Eugen Stark (Vater)
- Berta Stark, geb. Scheibe (Mutter)
- Rolf Stark (Bruder)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Jonathan Stark erhielt während seiner Lehrzeit am 1. Oktober 1943 einen Stellungsbefehl zum Reichsarbeitsdienst in Deisslingen. Dort verweigerte er unter anderem das Tragen einer Hakenkreuz-Binde an der Uniform mit der Bemerkung, „ich werde kein gebrochenes Kreuz an meinem Arm tragen“. Er verweigerte auch mit einem Spaten Gewehrübungen zu machen und den Diensteid auf Adolf Hitler und musste drei Tage im Strafbunker zubringen.
Am 1. Dezember 1943 erhielten seine Eltern vom „Reichsarbeitsdienst, Gau XXVI, Württemberg“ die Mitteilung, dass ihr Sohn „wegen Dienst- und Eidesverweigerung von der Geheimen Staatspolizei in Schutzhaft genommen“ worden sei. Von der Gestapo Stuttgart wurde Jonathan Stark zunächst in das Jugendgefängnis Waiblingen und im Februar 1944 in das Jugend-KZ Moringen gebracht. Im April 1944 kam er in das Gestapohauptquartier Berlin und im Herbst 1944 in das KZ Sachsenhausen. Dort wurde er am 1. November 1944 ohne Prozess hingerichtet. Nach einem Augenzeugenbericht sagte der 18jährige als „kleiner Junge“ bezeichnete Jonathan, als der Henker zögerte, ihm die Schlinge um den Hals zu legen: „Warum zögert ihr? Für Jehova und Gideon steht ein." Das Bibelzitat waren seine letzten Worte.
(Lechner/Sautter: Jonathan Stark; Wilker: Judenhelfer, S. 190–192; WTG: Christlicher Mut; Engels: wir wollten das andere, S. 66.)
Gedenkzeichen
Schon 1954 wurde in der von Willy Brandt und Karl Dietrich Bracher herausgegebenen und von der Autorin Annedore Leber verfassten Sammlung „Das Gewissen steht auf. 64 Lebensbilder aus dem deutschen Widerstand 1933–1945“ der zivile Widerstand von Jonathan Stark gewürdigt. (Leber: Das Gewissen, S. 20, 21.)
In der 2000 eröffneten Dauerausstellung der Ulmer DenkStätte Weiße Rose mit dem Titel „wir wollten das andere – Jugendliche in Ulm 1933 bis 1945″ im Foyer des EinsteinHauses der Ulmer Volkshochschule wird die Geschichte von Jonathan Stark erzählt. (Lechner/Sautter: Jonathan Stark.)
Mit dem Jonathan-Stark-Weg erinnert seit 2013 im Ulmer Stadtteil Böfingen in dem Neubaugebiet Am Lettenwald eine Straße an den Zeugen Jehovas.
Am 26. Mai 2015 wurde vor dem Haus Herdbruckerstraße 6 (früher Profosengasse) in Ulm für Jonathan Stark ein Stolperstein verlegt. (Attrodt: Stolpersteine gegen das Vergessen.)