Janeta (Zanetta) Gelbhardt
- Vorname(n)
- Janeta (Zanetta)
- Nachname
- Gelbhardt
- Geburtsdatum
- 14. Juni 1921
- Geburtsort
- Świnice Warckie, Polen
- Beruf
- Hausmädchen, Köchin
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Nach einem Verrat durch einen angeblichen Glaubensbruder kam es im Mai und Juni 1942 in Lodz zu einer Verhaftungswelle, der mindestens 19 Zeugen Jehovas zum Opfer fielen. Am 7. Mai 1942 wurde auch Janeta Gelbhardt verhaftet und in das Frauen-Polizeigefängnis Lodz eingeliefert. Am 12. November 1942 wurde sie mit zwölf weiteren Zeuginnen Jehovas nach Auschwitz deportiert. Dort erhielt sie die Häftlingsnummer 24.407.
Janeta Gelbhardt arbeitete als Köchin im Haushalt des SS-Arztes Horst Fischer. Als dessen Frau an Flecktyphus erkrankte und ins Krankenhaus kam, übernahm die Zeugin Jehovas den Haushalt Fischers. Sie wohnte in dieser Zeit auch bei der Familie.
Als sich die Rote Armee dem Lager näherte, wurden bis zum 18. Januar 1945 die meisten Häftlinge evakuiert. Janeta Gelbhardt gehörte zu einer Gruppe von zwölf Zeuginnen Jehovas, die am Zaun des Männerlagers zum Abschied von ihren Glaubensbrüdern das Bibelforscher-Lied „Alle Getreuen, alle Ergebenen sind von der Menschenfurcht frei“ sangen.
Auf einem Todesmarsch wurden die Frauen zunächst zwei Tage und zwei Nächte zu Fuß in Richtung des Konzentrationslagers Groß-Rosen getrieben, worauf viele für einen Weitermarsch zu erschöpft waren. In der dritten Nacht erlaubte man ihnen, in einer Scheune in Loslau (heute Wodzisław Śląski, Polen) zu übernachten. Von Groß-Rosen ging es weiter nach Buchenwald, wo die Häftlinge wegen Überfüllung nicht aufgenommen wurden. Über das KZ Mauthausen ging der Transport nach Bergen-Belsen.
Von den 69 Zeuginnen Jehovas aus Auschwitz, die das Lager Bergen-Belsen am 26. Februar 1945 erreichten, wurden 26, darunter auch Janeta Gelbhardt, am 3. März in das Lager Mittelbau-Dora gebracht. Dort blieben sie bis zum 5. April. Auf dem Weg zu einem KZ-Außenlager wurden die Frauen am 11. April 1945 in der Nähe von Deersheim durch alliierte Truppen befreit. Janeta Gelbhardt verbrachte fünf Wochen in einem Krankenhaus in Osterwieck, bevor sie nach Polen zurückkehren konnte. 1972 zog sie in die Bundesrepublik.
(Abt: Zusammen; Hermann: Hinter Stacheldraht, S. 181; Wontor-Cichy: Für den Glauben in Haft, S. 59, 66; Kreutz/Strobel: Der Kommandant, S. 174; Dornik: Gerettet, S. 69.)