Berta Maurer, geb. Männer
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- Vorname(n)
- Berta
- Geburtsname
- Männer
- Nachname
- Maurer
- Geburtsdatum
- 9. November 1895
- Geburtsort
- Konstanz, Deutschland
- Todesdatum
- 1985
- Beruf
- Hausfrau
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Bibelforscherin seit den 1920er Jahren
Biographische Orte
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Wohnort(e)
- Konstanz, Leinerstraße 23, Deutschland
- Konstanz, Löhrystraße 4, Deutschland
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Die Wohnung von Bertha Maurer in Konstanz diente als Deckadresse für die süddeutschen Bezirksdienstleiter der IBV und war ein Bindeglied zwischen ihnen und dem Berner Bibelhaus. Hier holten sie die zuvor ins Land geschmuggelte Literatur aus der Schweiz ab.
Berta Maurer wurde am 2. September 1936 verhaftet und von der Gestapo in Konstanz verhört. Dabei verweigerte sie die Aussagen und erklärte: „Es mag mit mir geschehen, was will, ich werde es [ihre illegale Tätigkeit] unter keinen Umständen zugeben.“ (Stolle: Betrifft, S. 120.) Über die Haftanstalten in Breisgau und Bruchsal kam sie in das Gerichtsgefängnis Mannheim. Das Sondergericht Mannheim verurteilte sie zu zehn Monaten Einzelhaft, die sie in der Frauenhaftanstalt Gotteszell verbüßte. Anschließend wurde sie am 6. Juli 1937 in „Schutzhaft“ genommen und am 14. Juli 1937 in das KZ Moringen eingeliefert. Im Februar 1938 erfolgte die Verlegung in das KZ Lichtenburg. Dort wurden aufgrund ihrer so bezeichneten „staatsfeindlichen Haltung“, aus der sie bei den Vernehmungen keinen Hehl machte, die Pensionsbezüge, die sie als Witwe erhalten hatte, gestrichen.
Im Mai 1939 erfolgte die Verlegung nach Ravensbrück. In einem von ihr verfassten Gedicht mit dem Titel „Das Fest in Banden“ beschrieb Berta Maurer die heimliche und spektakuläre Durchführung des Abendmahls der in Ravensbrück im Frühjahr 1943 inhaftierten Zeuginnen und Zeugen Jehovas, wobei sie an die heimlichen Treffen der Urchristen in der römischen Welt erinnert:
„Unsere Sinne sind gefangen
vom öden Waschraum, nachtumfangen.
Der Geist der Katakomben lebt,
der Urkirch-Odem uns umschwebt.“
(Wrobel: Meine Mutter, S. 227, 229.)
Am 2. Juni 1944 kam Berta Maurer in ein Lebensborn-Heim nach München. Von dort wurde sie noch in das Lebensborn-Heim „Hochland“ in Steinhöring gebracht, wo sie die Befreiung erlebte.
(Hesse/Harder: und wenn ich lebenslang, S. 50 f., 88 f., 96 f., 105, 147, 151, 153, 177 f., 184, 187; Martinet: Jehovas Zeugen Schweiz, S. 667 f.)