Schwäbisch Gmünd, Frauenhaftanstalt Gotteszell
Adresse
Strafanstalt für weibliche Gefangene (seit dem 19. Jahrhundert)
Frauenkonzentrationslager Gotteszell (1933 bis 1934)
Frauenhaftanstalt Gotteszell (ab 1934)
Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Gmünd (bis heute)
Schwäbisch Gmünd, Herlikofer Straße 19, Deutschland
Informationen zum Ort
Das Dominikanerinnenkloster Gotteszell wurde 1246 erstmals urkundlich erwähnt. Es wurde 1803 säkularisiert und 1808 verließen die letzten Nonnen das Kloster. Im gleichen Jahr begann die Nutzung als Zuchthaus und Württembergisches Landesgefängnis, zunächst ausschließlich für Männer, ab 1824 auch für Frauen. 1873 wurde die Einrichtung in eine Strafanstalt für weibliche Gefangene umgewandelt, die in die Abteilungen Zuchthaus für Frauen und Landesgefängnis für Frauen unterteilt war.
Von März 1933 bis Januar 1934 diente das Gebäude auch als Konzentrationslager für etwa 50 Frauen. Auch in den Jahren danach inhaftieren die Nationalsozialisten hier Frauen, darunter politische Gefangene aus dem Ausland. Anna-Maria Denz verbüßte in Gotteszell von 1938 bis 1940 ihre Haft, weil sie verbotene Schriften der Zeugen Jehovas aus der Schweiz nach Lörrach geschmuggelt hatte.
Die Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Gmünd existiert noch heute. Gegenwärtig befinden sich etwa 380 Frauen in der inzwischen mehrfach erweiterten Justizvollzugsanstalt.
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Anna-Maria Denz weigerte sich Anfang 1940 im Gefängnis Gotteszell Strümpfe für Soldaten zu stopfen, da sie keine militärischen Arbeiten unterstützen wollte. Als Folge durfte sie bis zu ihrem Haftende keine Briefe mehr schreiben. Am Ende ihrer Haftzeit unterschrieb sie die Erklärung, mit der sie ihren Glauben verleugnen sollte, nicht. Sie wurde sie in „Schutzhaft“ genommen und in das Konzentrationslager Ravensbrück eingeliefert. (Denz Turpin: Geborgen.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Frauen
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt