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August Tiesel

Vorname(n)
August
Nachname
Tiesel
Geburtsdatum
17. Juli 1887
Geburtsort
Neu Krenzlin, Deutschland
Todesdatum
24. Februar 1971
Todesort
Berlin, Deutschland
Beruf
Taxifahrer
Erstkontakt und/oder Taufe
Schloss sich um 1925 den Bibelforschern an

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

August Tiesel hatte sich Ende der 1920er Jahre eine Werkstatt aufgebaut und besaß eine eigene Taxe. 1934 wurden Werkstatt und Taxibetrieb auf Betreiben der NSDAP-Kreisleitung geschlossen. Die SA stellte Posten vor seiner Werkstatt auf, die Kunden am Betreten behinderten. Grund war August Tiesels Religionszugehörigkeit. In der Wohnung der Familie fanden sowohl geheime Zusammenkünfte als auch Hausdurchsuchungen statt. Seine Frau Emma Tiesel wurde 1937 vom Sondergericht Schwerin zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilt. (Wilhus/Dunken/Palm: Stolperstein Emma Tiesel.)

Widerstand und Verfolgung im Kommunismus

Zum Kriegsende 1945 nahm Familie Tiesel trotz der eigenen Not ihnen persönlich unbekannte Zeugen Jehovas auf, die auf dem Todesmarsch vom KZ Sachsenhausen nach Schwerin gelangt waren. Sie päppelten die halb verhungerten ehemaligen Häftlinge mit dem Kochwasser von Kartoffeln auf, bis diese wieder feste Nahrung zu sich nehmen konnten.

In den nächsten Jahren baute August Tiesel wieder zwei Werkstätten auf. 1950 erfolgte das Verbot von Jehovas Zeugen in der DDR. Im September bekam Emma Tiesel eine private Warnung vor einer bevorstehenden erneuten Verhaftung. Sie handelte sofort und verließ nur mit ihrer Tochter Gisela und einer Handtasche die Wohnung. 30 Minuten später wurde die Wohnung von der Staatssicherheit aufgebrochen und besetzt, um die Bewohner bei der Rückkehr zu verhaften. August Tiesel versteckte sich noch einige Tage in Schwerin, in der Hoffnung, irgendetwas vom Besitz der Familie retten zu können. Vergeblich, er folgte nur mit den Sachen, die er seit Tagen am Körper trug, nach West-Berlin. Dort als Flüchtlinge angekommen, musste sich die Familie ein neues Leben aufbauen.

(Wilhus/Dunken/Palm: Stolperstein Emma Tiesel.)

Sechs Erwachsene und drei Kinder sitzen um einen kleinen Tisch. Auf dem Tisch steht eine kleine Vase mit Blumen.
Familie Mehlhorn und Familie Tiesel Ende der 1950er Jahre in Berlin (West). V.l.n.r.: unbekannt, Gisela Tiesel, Johannes Mehlhorn (Kind), Gottfried Mehlhorn, Emma Tiesel, Johanna Dunken, Ursula Mehlhorn, Ruth Mehlhorn, August Tiesel (UaP).

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