Köln, Strafanstalt Klingelpütz
Adresse
Strafanstalt Klingelpütz
Gedenkstätte für im Klingelpütz Ermordete
Köln-Innenstadt, Klingelpütz (Standort im heutigen Klingelpützpark), Deutschland
Informationen zum Ort
Das neu erbaute „Arrest- und Correctionshaus am Klingelpütz zu Cöln“ wurde 1838 mit drei Flügeln mit je drei Stockwerken für insgesamt 800 Häftlinge in Betrieb genommen und bis 1896 mehrfach erweitert. Häufig wurden die Einmannzellen mit drei und die Siebenmannzellen mit zehn Häftlingen belegt. Während des Zweiten Weltkriegs erreichte die Belegung die Höchstzahl von 1.700 Häftlingen. Zu den Häftlingen gehörten auch die von der Gestapo und der SS in “Schutzhaft” genommenen Personen. Darunter waren auch eine beachtliche Anzahl von Zeugen Jehovas aus Köln und Umgebung, die hier für eine unterschiedlich lange Zeit einsaßen. Nicht wenige Schutzhafthäftlinge wurden nach der Haft in Konzentrationslager überstellt. Ab 1944 wurde ein Flügel des Gefängnisses von der Kölner Gestapo genutzt.
Der Klingelpütz war für die Wehrmacht und die Sondergerichte im Rheinland die zentrale Hinrichtungsstätte. Die meisten Opfer wurden durch das Fallbeil enthauptet.
Nach der Verlegung der Häftlinge des Klingelpütz im Jahr 1968 in andere Anstalten, erfolgte im Folgejahr die Sprengung und der Abbruch der bisherigen Gebäude. An ihrer Stelle befindet sich heute der Klingelpützpark.
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Frauen
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
- Käthe Millot
- Käthe Peters, geb. Mittermüller
- Elisabeth Pützmann, geb. Radomsky
- Elly Scholz, geb. Fey
Männer
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
- Peter Becker
- Wilhelm Blass
- Richard Blume
- Nikolaus Broschart
- Heinrich Herbener
- Otto Kabot
- Johann Kihm
- Hermann Martens
- Karl Meister
- Anton Peters
- Wilhelm Richter
- Arthur Rückert
- Ludwig Schetter
- Karl Schnepper
- Walter Schwendt
- Wilhelm Steitz
- Oskar Vierzigmann
- Robert Arthur Winkler
Gedenkzeichen
1979 wurde ein Gedenkstein mit der Inschrift errichtet: „Hier wurden von 1933–1945 über tausend von der nationalsozialistischen Willkürjustiz unschuldig zum Tod Verurteilte hingerichtet.” Er befindet sich heute im Klingelpützpark.