Sustrum, Emslandlager V Neusustrum
Adresse
Emslandlager V Neusustrum
Konzentrationslager (1933/34)
Strafgefangenenlager (1934 bis 1945)
Sustrum, Teichstraße 2, Deutschland
Informationen zum Ort
Im Emsland wurden nahe der niederländischen Grenze zwischen 1933 und 1945 insgesamt 15 Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager überwiegend unmittelbar in Nachbarschaft zu Hochmooren errichtet und betrieben. Die Lager wurden von der zentralen Kommandantur in Papenburg aus verwaltet. Die Gefangenen mussten bei völlig unzureichender Ernährung gewöhnlich täglich bis zu zwölf Stunden Schwerstarbeit im Moor verrichten. Dazu gehörten das Torfstechen und Entwässern von Mooren, sowie die Anlage von Wegen durch die Moore.
Das Lager V Neusustrum wurde am 1. September 1933 als das dritte und letzte Konzentrationslager im Emsland für 1000 männliche Gefangene angelegt und unter Leitung der SS und später der SA gestellt. Im April 1934 wurde das Lager in ein Strafgefangenenlager umgewandelt und die Aufnahmekapazität bis 1937 auf 1500 Personen vergrößert. Zunächst kamen überwiegend politische Gegner ins Lager, später auch kriminelle Häftlinge und von 1940 bis 1942 über 1700 polnische Gefangene.
Zu den frühen Gefangenen gehörten auch Zeugen Jehovas, die gewöhnlich wegen der Unterstützung der verbotenen IBV verurteilt waren und hier einen Teil ihrer Strafhaft ableisten mussten. Anfangs kamen sie nach Strafverbüßung meist frei, während sie später häufig in Papenburg in Schutzhaft genommen und in andere Konzentrationslager überführt wurden.
Die Lagerstraße teilte das Gelände in einen umzäunten Teil mit den Gefangenenbaracken und einen Teil für Lagerverwaltung und Wachmannschaften inmitten einer neu angelegten Parkanlage. In der Nähe mussten die Gefangenen das 1936 eingeweihte „Emslandhaus“ mit Festsaal für die SA-Wachmannschaften bauen.
(Knoch: Die Emslandlager; Krüger: Eine Bibel, S. 46.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Männer
- Fritz Adebahr
- Walter Axe
- Hans Bauer
- Otto Brass
- Helmuth Brembach
- Wilhelm Budde
- Ludwig Cyranek
- Heinrich Dickmann
- Kurt Dreißig
- Felix Engert
- Otto Eßbach
- Gustav Fenstermacher
- Martin Freier
- Anton Freudenberg
- Erich Frost
- Heinrich Gerlach
- Viktor Glapa
- Walter Gluske
- Walter Grunz
- Walter Hagen
- Walther Hamann
- Heinrich Hartmann
- Walter Haugk
- Karl Heißwolf
- Richard Illmer
- Johannes Jäger
- Otto Kolkhorst
- Otto Krauss
- Rudolf Kretzschmar
- Jakob Krämer
- Hermann Kröhling
- Oswald Köhler
- Wilhelm Lange
- Gustav Langer
- Willi Lehmbecker
- Richard Lindner
- Max Loschwitz
- Felix Lufen
- Rudolf Mader
- Karl Mallaun
- Diedrich Matthies
- Adolf Matzke
- Albin Metzner
- Clemens Müller
- Karl Noske
- Gerhard Oltmanns
- Otto Pawelzik
- August Peters
- Rudolf Pfüller
- Max Rocktäschel
- Peter Röser
- Paul Sattler
- Richard Scholz
- Walter Schramm
- Fritz Schubert
- Heinrich Schwarz
- Hermann Schünke
- Willi Seidel
- Alfred Seltmann
- Max Rübesam sen.
- Friedrich Sommermann
- Heinz Sporn
- Walter Springefeld
- Wilhelm Steitz
- Willi Sänger
- Kurt Telling
- Wilhelm Tumzok
- Walter Täuber
- Josef Verrieth
- Walter Voigt
- Ernst Wauer
- Oswald Weißbach
- Herbert Weißer
- Max Wenk
- Rudolf Wunderlich
Gedenkzeichen
Am Ort des ehemaligen Emslandlagers V entsteht eine Freiluftausstellung zur Geschichte des Lagers, in der auch die Biographie des Zeugen Jehovas Walter Axe vorgestellt werden soll. Der „Park der Information und Erinnerung“ soll im Herbst 2026 eröffnet werden.
Die Gedenkstätte Esterwegen erinnert auch an das Leid der Häftlinge im Emslandlager V Neusustrum.