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Radevormwald, Polizeigefängnis

Adresse

Radevormwald, Polizeigefängnis
Radevormwald, Hohenfuhrstraße 13, Deutschland

Informationen zum Ort

Das Schieferhaus in Radevormwald, Hohenfuhrstraße 13, diente bis 1927 als „Polizeigewahrsam“. Dann wurde es zum Obdachlosenasyl umgewandelt, erhielt aber bald seine ursprüngliche Bestimmung zurück. Es wurde im Volksmund „Kasten“ oder auch „Vater Phillip“ genannt. Am 12. August 1935 wurden die Zeugen Jehovas Rudolf und Adele Klüting hier eingesperrt, weil sie im Ortsteil Honsberg Bibeln verbreitet und dabei „von Haus zu Haus das Evangelium verkündet“ hatten. Vom 27. September bis 2. Oktober 1935 wurden nach einer Razzia weitere neun Zeugen Jehovas im Polizeigefängnis inhaftiert und von hier aus in andere Haftanstalten verteilt.

Polizeimeister Albert Jansen hatte im Zweiten Weltkrieg eine Wohnung im Stockwerk über den Zellen. Wenige Jahre nach dem Krieg wurde das Gebäude wieder ein Obdachlosenasyl, die Leitung behielt Albert Jansen. Aus diesem Grund wurde die Einrichtung im Volksmund als „Hotel Jansen“ bezeichnet. Die Räume behielten ihren zellenartigen Charakter mit den vergitterten Fenstern. Die örtliche Feuerwehr nutzte einen Anbau des Gebäudes. Das Obdachlosenheim wurde zum 1. Januar 1968 geschlossen und kurz darauf abgerissen. Heute steht an der Stelle das Rathaus der Stadt Radevormwald.

(Krüger: Eine Bibel, S. 18–20.)

In einem engen Raum stehen links und rechts zwei Etagenbetten mit Matrazen und Decken, dazwischen ein kleiner Tisch mit einem Holzstuhl. Das kleine Fenster weit oben im Raum ist vergittert.
Ehemalige Zelle des früheren Polizeigefängnis Radevormwald nach der Umwandlung in eine Obdachlosenunterkunft (Privatarchiv Hans Aldermann).
Ein Bagger ist dabei den hinteren Teil eines dreistöckigen Gebäudes abzureißen, während im vorderen Teil ein Arbeiter das Holz der Fensterrahmen aus dem Haus bricht. Die Glasfenster wurden bereits zuvor entfernt.
Abriss des ehemaligen Polizeigefängnis und nachherigem Obdachlosenheim in Radevormwald, um Platz für das neue Rathaus zu schaffen, 1968 (Privatarchiv Hans Aldermann).

Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

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