Oberlangen, Emslandlager VI
Adresse
Emslandlager VI Oberlangen
Strafgefangenenlager
Kriegsgefangenenlager
Kreuzung Oberlangen, Lagerstraße 5/Niederlangen, Nord-Süd-Straße 1, Deutschland
Informationen zum Ort
Im Emsland wurden nahe der niederländischen Grenze zwischen 1933 und 1945 insgesamt 15 Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager überwiegend in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hochmooren errichtet und betrieben. Die Lager wurden von der zentralen Kommandantur in Papenburg aus verwaltet. Die Gefangenen mussten bei völlig unzureichender Ernährung gewöhnlich täglich bis zu zwölf Stunden Schwerstarbeit im Moor verrichten. Dazu gehörten das Torfstechen und Entwässern von Mooren, sowie die Anlage von Wegen durch die Moore.
Das Lager VI Oberlangen wurde im Herbst 1933 als Ausbildungslager für Wachmannschaften gebaut. Ab April 1934 diente es als Strafgefangenenlager für 1000 männliche Gefangene. Zunächst wurden im Lager überwiegend politische Gegner der NS-Diktatur, später auch Kriminelle inhaftiert.
Zu den frühen Gefangenen gehörten auch Zeugen Jehovas, die gewöhnlich wegen der Unterstützung der verbotenen Organisation der Bibelforscher verurteilt waren und hier einen Teil ihrer Strafhaft ableisten mussten. Anfangs wurden sie nach Strafverbüßung meist freigelassen, während sie später häufig in Papenburg in Schutzhaft genommen und in andere Konzentrationslager überführt wurden.
Nach Kriegsbeginn im September 1939 übernahm das Oberkommando der Wehrmacht das Lager als Kriegsgefangenenlager und ordnete es als Zweiglager dem Kriegsgefangenen-Mannschaftstammlager VI B Neu Versen zu. Tausende meist polnische und sowjetische gefangene Soldaten wurden hier bis Kriegsende interniert.
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Männer
- Helmuth Brembach
- Ludwig Cyranek
- Erich Frost
- Willy Gerresheim
- Walter Gluske
- Carl Göhring
- Walter Hagen
- Rudolf Hahn
- Walther Hamann
- Karl Heißwolf
- Hermann Hoffmann
- Wilhelm Lange
- Willi Lehmbecker
- Ferdinand Lübck
- Diedrich Matthies
- Max Rocktäschel
- Heinrich Scharunge
- Paul Schostak
- Heinrich Schwarz
- Robert Sidlewski
- Fritz Sievert
- Herbert Steinadler
Gedenkzeichen
2014 wurde vor Ort ein Gedenkpavillon mit zwölf Informationstafeln errichtet.
Die Gedenkstätte Esterwegen erinnert auch an das Leid der Häftlinge im Emslandlager VI Oberlangen.
Namensliste
- Walter Gluske