Dresden, Freiberger Straße 6
Adresse
Wohnort von: Hildegard Schäfer (Weigoldt) und ihrer Familie
Dresden, Freiberger Straße 6 (früher Palmstraße 37), Deutschland
Informationen zum Ort
Hildegard geb. Hempel lebte mit ihrem ersten Ehemann Fritz Weigoldt bis zu dessen Tod 1937 und mit ihrem zweiten Ehemann Walter Schäfer bis zu dessen Hinrichtung im September 1942 in der Palmstraße 37. Sie selbst kam am 6. November 1943, nachdem in ihrer Wohnung eine Hausdurchsuchung durchgeführt wurde, in Haft und erst zum Kriegsende 1945 wieder in Freiheit. (BA, R3017, 32213, Bd. 1, Anklageschrift des Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof, Strafverfahren gegen Wetzel et al., 22.07.1944, S. 8, 9, 11; Bd. 6, Urteil 6. Senat des Volksgerichtshof, Strafverfahren gegen Wetzel et al., 12.09.1944.)
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Noch in den 1940er Jahren wurden in der Wohnung von Hildegard Schäfer von den NS-Behörden so bezeichnete „Bibellesekränzchen“ abgehalten und Spendengelder in Höhe von 600 Reichsmark gesammelt und weitergegeben. Die Zeugin Jehovas hatte außerdem - so die Anklageschrift des Volksgerichtshofes - einen „zur Vervielfältigung der Bibelforscherschriften bestimmten Abziehapparat“ in Verwahrung gehabt und „im festen Glauben an den Herrgott“ selbst illegale Schriften gelesen und weitergegeben zu haben. (BA, R3017, 32213, Bd. 1, Anklageschrift des Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof, Strafverfahren gegen Wetzel et al., 22.07.1944, S. 8, 9, 11; Bd. 6, Urteil 6. Senat des Volksgerichtshof, Strafverfahren gegen Wetzel et al., 12.09.1944.)
Gedenkzeichen
Am 6. Mai 2025 wurden in der Freiberger Straße 6 in Dresden drei Stolpersteine verlegt: für Hildegard Schäfer, verwitwete Weigoldt, ihren ersten Ehemann Fritz Weigoldt und den gemeinsamen Sohn Hans Weigoldt. Rund 80 Personen, darunter auch der Sohn und zwei Enkel von Hans Weigoldt, waren anwesend. Am gleichen Tag fand in der Dresdner Schäferstraße 16 die Verlegung von Stolpersteinen für Walter und Helene Hempel, den Eltern von Hildegard Schäfer, statt.
Der Stolperstein für Walter Schäfer, dem zweiten Ehemann Hildegard Schäfers, wurde Ende Mai 2025 aus der Rudolf-Leonhard-Straße 36, wo er irrtümlich lag, in die Freiberger Straße 6 verlegt.
(Dresdner Morgenpost, 7.5.2025, S. 7.)