Walter Schäfer
- Vorname(n)
- Walter
- Nachname
- Schäfer
- Geburtsdatum
- 28. November 1910
- Geburtsort
- Dresden, Deutschland
- Todesdatum
- 26. September 1942
- Todesort
- Brandenburg-Görden, Zuchthaus
- Verfolgungsbedingte Todesart
- Nach einem Todesurteil enthauptet
- Beruf
- Kunstmaler
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Kontakt mit den Bibelforschern durch seine Eltern spätestens ab 1920
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Walter Hempel (Schwiegervater)
- Helene Hempel, geb. Ganenz (Schwiegermutter)
- Anni Hempel (Schwägerin)
- Ingrid Schäfer (Tochter)
- Hans Weigoldt (Stiefsohn)
- Hildegard Schäfer, geb. Hempel (Ehefrau)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Walter Hempel (Schwiegervater)
- Helene Hempel, geb. Ganenz (Schwiegermutter)
- Ingrid Schäfer (Tochter)
- Hans Weigoldt (Stiefsohn)
- Hildegard Schäfer, geb. Hempel (Ehefrau)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Walter Schäfer wohnte mit seinen Eltern in der Merbitzer Straße 43 im Dresdner Stadtteil Briesnitz. Er beteiligte sich am 12. Dezember 1936 an der Verbreitung einer „Resolution“, in der Jehovas Zeugen öffentliche gegen ihre Verfolgung durch die Regierung Hitlers protestierten. Darüber hinaus verweigerte er die Beteiligung an der Reichstagswahl und wurde wegen der Verweigerung des Fahnengrußes geschlagen.
Von seinem Jugendfreund Fritz Weigoldt erhielt er die illegalen Schriften der Zeugen Jehovas und leitete diese als Kurier an andere Mitgläubige weiter. Eine Woche nach der Verhaftung seines Freundes wurde auch er am 1. April 1937 festgenommen und am 28. Juli 1937 vom Münchner Platz in Dresden in das Polizeigefängnis überführt. Am 7. September 1937 kam Walter Schäfer in das Gerichtsgefängnis Freiberg und wurde am folgenden Tag vom dortigen Sondergericht zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Er verbrachte die Haft vom 6. Oktober 1937 bis zum 8. Juli 1938 in Bautzen.
Noch während seiner Haft wurde seine Tochter geboren, die ihren Vater nie kennenlernen sollte.
Walter Schäfer heiratete am 17. Januar 1942 Hildegard Weigoldt, die Witwe seines 1937 in Polizeihaft verstorbenen Freundes Fritz. Das Ehepaar lebte in der Palmstraße 37 in Dresden. Einen Monat nach der Hochzeit fragte das Wehrmeldeamt Dresden beim Sondergericht Freiberg an, ob Walter Schäfer trotz seiner Vorstrafe wehrwürdig sei. Am 6. März 1942 wurde er wieder als wehrwürdig eingestuft und erhielt zum 19. Mai 1942 einen Stellungsbefehl, dem er auch nachkam.
Zwei Tage später verweigerte Walter Schäfer dann beim 2. Infanterie-Ersatzbataillon 514 in der Dresdner Grenadierkaserne in der Carola-Allee die Befehle, weil er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, den Krieg zu unterstützen. Er wurde sofort in Militärhaft genommen und im Juli in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit verlegt. Ein Gespräch mit seinem Verteidiger am 14. August 1942 dauerte nur wenige Minuten. Vier Tage später erfolgte eine medizinische Untersuchung im Gefängnis Lehrter Straße. Am 21. August 1942 wurde Walter Schäfer vom 4. Senat des Reichskriegsgerichts unter Vorsitz von Dr. Walther Biron in Berlin-Charlottenburg zum Tode verurteilt. Seine Enthauptung erfolgte am 26. September 1942 in Brandenburg-Görden. Ein Tagebuch und bewegende Briefe aus der Todeszelle an seine Frau und seine Eltern sind erhalten. Noch während seiner Haft wurde seine Tochter geboren, die ihren Vater nie kennenlernen sollte.
(HStAD, Nr. 11027, Sondergericht Freiberg Karton 313, 1 Js/SG 264/37, Urteil vom 08.09.1937; BA Militärarchiv Freiburg, Prag-Film M 1008/A51; ITS Arolsen Archives, Teilbestand 1.2.2.1 / Sign. 4662001, Sterbebuch Potsdam; Wrobel: Auf Wiedersehen, S. 279.)
Gedenkzeichen
Am 28. September 2015 wurde in Dresden, Rudolf-Leonhard-Straße 36 (früher Oppelstraße 36), ein Stolperstein für Walter Schäfer verlegt. Der Verlegeort erwies sich später jedoch nicht als seine Wohnadresse. Laut dem Dresdner Adressbuch von 1942 hatte eine namensgleiche Person dort gewohnt. Der Stein wurde Ende Mai 2025 in die Freiberger Straße 6 verlegt, neben den Stolpersteinen für Hildegard Schäfer, Fritz Weigoldt und Hans Weigoldt.