Wilhelm Steitz
- Vorname(n)
- Wilhelm
- Nachname
- Steitz
- Geburtsdatum
- 27. Januar 1897
- Geburtsort
- Bad Godesberg (heute Bonn), Deutschland
- Beruf
- Fabrikarbeiter, Bauarbeiter
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Seit 1931 als Zeuge Jehovas tätig
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Im Mai 1935 erfolgte eine erste Verhaftung von Wilhelm Steitz und am 4. Dezember 1935 seine Verurteilung durch ein Schöffengericht in Köln zu zwei Monaten Haft. Gründe waren das Leiten von Zusammenkünften und die Verbreitung von Bibelforscherliteratur. Wilhelm Steitz verbrachte im September und Oktober 1935 eine erste Straflager-Haft in Esterwegen.
Nach der Entlassung aus dem Gefängnis Klingelpütz war Wilhelm Steitz weiter für seinen Glauben tätig. Er lehnte den Wehrdienst ab und verweigerte den Hitlergruß. Am 14. August 1938 erfolgte eine zweite Verhaftung durch die Gestapo und eine Einlieferung in die Emslandlager Versen und Neusustrum. Die Haft wurde unterbrochen durch den Prozess des Kölner Sondergerichts am 18. November 1938. Während des Prozesses lehnte er den Dienst in der Wehrmacht öffentlich ab. Wilhelm Steitz wurde zudem nachgewiesen, Schriften der Zeugen Jehovas verteilt zu haben. Er wurde zu einer einjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.
Nach der Haftverbüßung erfolgte auf Gestapoanordnung die Überstellung von Wilhelm Steitz in das Strafgefängnis Lingen. Danach kam er in verschiedene Konzentrationslager:
KZ Sachsenhausen (vom September 1939 bis 28. August 1940)
KZ Dachau (vom 29. August bis 11. Dezember 1940)
KZ Buchenwald (vom 11. Dezember 1940 bis 7. März 1941)
KZ Wewelsburg (vom 12. März 1941 bis 6. April 1943)
KZ Ravensbrück (vom 7. April 1943, hier auch im Kommando "Ausweichlager" und im Außenlager Comthurey)
Wilhelm Steitz überlebte die Lagerhaft.
(Lorsbach: Die NS-Verfolgung Köln, S. 23; BA MGR 1-72, Bl. 92–97; ITS Arolsen Archives, Teilbestand 1.1.5.1 / Sign. 5301572; BLHA, 333 SED LL Brbg 1167; 401 RdB Pdm VdN-1617.)
Widerstand und Verfolgung im Kommunismus
Wilhelm Steitz blieb nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager in der Region Brandenburg und wurde um 1947 Neubauer in Mesendorf bei Pritzwalk. Er war anerkanntes Opfer des Faschismus und ab Dezember 1947 auch Mitglied der VVN. Nachdem deutlich wurde, dass die VVN ein Instrument der SED geworden war, trat er am 15. März 1949 aus. Im November 1950 wurde er aufgrund des Verbotes der Zeugen Jehovas in der DDR noch einmal formell aus der VVN ausgeschlossen, zeitgleich erfolgte seine Aberkennung als Opfer des Faschismus. Zu diesem Zeitpunkt floh Wilhelm Steitz nach Westberlin um einer weiteren Verfolgung zu entgehen. (BLHA, 333 SED LL Brbg 1167; 401 RdB Pdm VdN-1617.)
Gedenkzeichen
Im NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln wird in der 1997 eröffneten und 2009 punktuell erneuerten Dauerausstellung an die NS-Verfolgung von Wilhelm Steitz erinnert.