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Ingeborg Eichhorn, geb. Brosius

Vorname(n)
Ingeborg
Geburtsname
Brosius
Nachname
Eichhorn
Geburtsdatum
2. März 1936
Geburtsort
Wermelskirchen, Deutschland
Todesdatum
19. Mai 2023
Todesort
Wermelskirchen, Deutschland
Erstkontakt und/oder Taufe
Taufe als Zeugin Jehovas 1948

Biographische Orte

Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.

Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Ingeborg Brosius war erst drei Monate alt, als ihr Vater Friedrich Brosius am 24. Juni 1936 wegen der Teilnahme an verbotenen Zusammenkünften der Zeugen Jehovas für drei Monate inhaftiert wurde. Ein Jahr später kam er nach einer erneuten Verhaftung in das Konzentrationslager Buchenwald. Erst im Alter von neun Jahren konnte sie ihren Vater wieder sehen.

Nachdem die Nationalsozialisten das elterliche Schuhgeschäft boykottiert hatten und damit die Familie ihres Einkommens beraubten, zog Else Brosius mit ihren Kindern Ingeborg und Ursula nach Dresden. Dort starb der Großvater der Kinder Gustav Hermann Kottner nach Folter in Polizeihaft. Als sie sieben Jahre alt war, drang die Gestapo am 24. November 1943 in die Wohnung in Dresden, Klingenberger Straße 3 ein und verhaftete vor ihren Augen die Großmutter Martha Kottner. Inges Mutter war auf der Arbeit und die Beamten ließen das Mädchen ohne Aufsicht in der Wohnung zurück.

Ingeborg Brosius heiratete später Dieter Eichhorn, einen Sohn von Ludwig Eichhorn, der mit ihrem Vater in Buchenwald inhaftiert war.

(Krüger: Eine Bibel, S. 23–29.)

Ein älterer Mann mit Krawatte trägt seine ca. einjährige Enkelin auf dem Arm
Ingeborg auf dem Arm ihres Großvaters Gustav Hermann Kottner (Privatarchiv T. Martin Krüger).
Ein älteres Ehepaar sitzt auf zwei Stühlen im Garten. Er trägt einen Anzug, sie ein Kleid. Zwischen beiden steht eine Enkelin, während eine weitere Enkelin auf dem Schoß ihrer Oma sitzt. Dahinter steht die Mutter der beiden Kinder.
Ingeborg Eichhorn als Baby auf dem Arm ihrer Großmutter Martha Kottner, rechts von ihr die Schwester Ursula, daneben der Großvater Gustav Kottner (sitzend) und hinten die Mutter Else Brosius, Aufnahme von 1937 (Privatarchiv T. Martin Krüger).
Ein junges Paar und fünf ältere Frauen posieren in einem Garten mit der der Zeitschrift "Der Wachtturm" in der Hand.
Eine Gruppe Zeugen Jehovas während einer Missionsaktion mit der Zeitschrift „Der Wachtturm“, 1948. V.l.n.r.: Dieter Eichhorn, Klara Staller, Anna Siebel, Inge Brosius (spätere Eichhorn), Else Brosius, Martha Wurmnest und Martha Kottner (Privatarchiv T. Martin Krüger).

Gedenkzeichen

Bis zu ihrem Tod lebte Ingeborg Eichhorn in Wermelskirchen, Wielstraße 16. Seit dem 17. Mai 2002 erinnert vor ihrem Wohnhaus ein Stolperstein an ihren Vater Friedrich Brosius.

In der am 18. August 2025 im Zweigbüro Zentraleuropa von Jehovas Zeugen in Selters (Taunus) eröffneten Ausstellung „Niemals allein“ wird auch die Geschichte von Ingeborg Brosius erzählt.

Externe Medien

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