Zum Hauptinhalt springen

Else Brosius, geb. Kottner

Vorname(n)
Else
Geburtsname
Kottner
Nachname
Brosius
Geburtsdatum
4. März 1907
Geburtsort
Dresden, Deutschland
Todesdatum
1. September 1989
Todesort
Wermelskirchen, Deutschland
Beruf
Kontoristin
Erstkontakt und/oder Taufe
Taufe als Bibelforscherin 1919

Biographische Orte

Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.

Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Trotz Verbot wurden im Haus von Else und Friedrich Brosius in Wermelskirchen, Grüne Straße 2, und ab 1937 auch in der Friedrichstraße 63, Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas durchgeführt, bei denen auch laut gesungen wurde. Immer wieder nahm die Familie reisende Kuriere der Religionsgemeinschaft über Nacht bei sich auf. Am 13. Februar 1935 fand in der Grünen Straße die erste von vielen Hausdurchsuchungen statt. Am 17. November 1937 wurden Else, ihr Ehemann und ihre beiden Schwager Johannes und Daniel Brosius verhaftet. Während alle anderen nach zwei Tagen freigelassen wurden, kam Friedrich Brosius in das KZ Buchenwald.

Als sich der Tag der Inhaftierung ihres Mannes das erste Mal jährte, schrieb Else Brosius erfolglos einen Brief an den Oberstaatsanwalt: „Bitte helfen Sie mir, und meinen kleinen Mädchen! Geben Sie uns unseren über alles geliebten Vater zurück! Nie hat er einem Menschen etwas zu leide getan. [...] Kommt unser Vater wieder in Konz.Lager zurück[,] ist er für uns lebendig begraben. [...] Ich selbst bin nahezu am Ende meiner Kraft und hoffe zuversichtlich, dass Sie meinen Hilfeschrei nicht ungehört verhallen lassen.“

Am 15. März 1939 verstarb Else Brosius Schwiegervater Otto Brosius, der zusammen mit ihrem Ehemann Eigentümer eines Schuhgeschäfts in der Grünen Straße 15 war. In Folge boykottierten die Nationalsozialisten das Geschäft und hinderten Else Brosius am Wareneinkauf, so dass das Familiengeschäft aufgegeben werden musste und die Familie ihr Einkommen verlor.

Friedrich Brosius war inzwischen im Konzentrationslager Buchenwald mit einer Postsperre bestraft worden, worauf Else noch im gleichen Jahr an den Kommandanten schrieb: „Es ist nun das dritte Mal, dass ich mit meinen beiden Mädchen Weihnachten allein feiere. Mein aeltestes Mädchen bittet als Weihnachtsgeschenk einen Brief von ihrem über alles geliebten Vater. Bitte gestatten Sie meinem Mann, seinem Töchterlein Urselein einen Brief zu senden.“

Ein Nachbar, der NSDAP-Mitglied war, verhinderte die Verhaftung von Else Brosius. Ohne Einkommen sah sie sich 1940 gezwungen mit ihren Töchtern Ursula (Uschi, acht Jahre) und Ingeborg (Inge, vier Jahre) zu ihren Eltern Gustav Hermann und Martha Kottner nach Dresden in die Klingenberger Straße 3 zu ziehen. Dort musste sie erleben, wie ihr Vater 1941 nach Folter in Gestapo-Haft verstarb und ihre Mutter 1943 erneut verhaftet und wegen Wehrkraftzersetzung angeklagt wurde.

Else Brosius und ihre Töchter verloren bei der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 ihre Wohnung, konnten sich aber retten und wurden von ihrer Schwester und ihrem Schwager Gretel und Bruno Seifert in Dittersdorf aufgenommen. Mutter und Ehemann überlebten das Kriegsende in Haft und Familie Brosius zog nach Wermelskirchen zurück.

(Krüger: Eine Bibel, S. 23–29.)

Ein älteres Ehepaar sitzt auf zwei Stühlen im Garten. Er trägt einen Anzug, sie ein Kleid. Zwischen beiden steht eine Enkelin, während eine weitere Enkelin auf dem Schoß ihrer Oma sitzt. Dahinter steht die Mutter der beiden Kinder.
Else Brosius (stehend) mit ihren Eltern Martha und Gustav Kottner (sitzend), sowie ihren Töchtern Ingeborg (links) und Ursula (rechts) im Jahr 1937 (Privatarchiv T. Martin Krüger).

Gedenkzeichen

Seit dem 17. Mai 2002 erinnert in Wermelskirchen, Wielstraße 16, ein Stolperstein an Friedrich Brosius,  den Ehemann von Else Brosius. Dies ist der erste Stolperstein, der in Wermelskirchen verlegt wurde.

Externe Medien

Provider-Informationen

Nachstehend finden Sie Informationen zum Anbieter und Dienst, dessen Inhalte blockiert sind, bis Sie ein Video laden oder YouTube dauerhaft erlauben.

Provider

Provider-Name
Google Ireland Limited
Beschreibung
Google Ireland Limited ist Anbieter von Google-Diensten in der EU. Über YouTube werden externe Videoinhalte bereitgestellt.
Adresse
Gordon House, Barrow Street, Dublin 4, Irland

Service

Name
YouTube
Beschreibung
YouTube ist eine Videoplattform. Wenn Sie ein Video laden oder YouTube dauerhaft erlauben, werden Inhalte von YouTube angezeigt und Daten an Google/YouTube übertragen.
Cookie(s)
Google/YouTube kann Cookies und vergleichbare Technologien einsetzen, unter anderem für Wiedergabe, Sicherheit, Analyse, Personalisierung und Werbung. Die konkrete Speicherdauer und die aktuellen Cookie-Details nennt Google in den Cookie-Informationen.
Weitere Informationen stehen in unserer Datenschutzerklärung. Eine dauerhafte Freigabe können Sie jederzeit über „Cookie-Einstellungen“ im Footer widerrufen.