Else Brosius, geb. Kottner
- Vorname(n)
- Else
- Geburtsname
- Kottner
- Nachname
- Brosius
- Geburtsdatum
- 4. März 1907
- Geburtsort
- Dresden, Deutschland
- Todesdatum
- 1. September 1989
- Todesort
- Wermelskirchen, Deutschland
- Beruf
- Kontoristin
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Taufe als Bibelforscherin 1919
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Gustav Hermann Kottner (Vater)
- Martha Kottner, geb. Körbs (Mutter)
- Otto Brosius (Schwiegervater)
- Friedrich Brosius (Ehemann)
- Margarethe Seifert, geb. Kottner (Schwester)
- Daniel Brosius (Schwager)
- Johannes Brosius (Schwager)
- Bruno Seifert (Schwager)
- Ilse Brosius, geb. Fidler (andere Schreibweise: Fiedler) (Schwägerin)
- Ingeborg Eichhorn, geb. Brosius (Tochter)
- Ursula Vossieck, geb. Brosius (Tochter)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Martha Kottner, geb. Körbs (Mutter)
- Margarethe Seifert, geb. Kottner (Schwester)
- Bruno Seifert (Schwager)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Trotz Verbot wurden im Haus von Else und Friedrich Brosius in Wermelskirchen, Grüne Straße 2, und ab 1937 auch in der Friedrichstraße 63, Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas durchgeführt, bei denen auch laut gesungen wurde. Immer wieder nahm die Familie reisende Kuriere der Religionsgemeinschaft über Nacht bei sich auf. Am 13. Februar 1935 fand in der Grünen Straße die erste von vielen Hausdurchsuchungen statt. Am 17. November 1937 wurden Else, ihr Ehemann und ihre beiden Schwager Johannes und Daniel Brosius verhaftet. Während alle anderen nach zwei Tagen freigelassen wurden, kam Friedrich Brosius in das KZ Buchenwald.
Als sich der Tag der Inhaftierung ihres Mannes das erste Mal jährte, schrieb Else Brosius erfolglos einen Brief an den Oberstaatsanwalt: „Bitte helfen Sie mir, und meinen kleinen Mädchen! Geben Sie uns unseren über alles geliebten Vater zurück! Nie hat er einem Menschen etwas zu leide getan. [...] Kommt unser Vater wieder in Konz.Lager zurück[,] ist er für uns lebendig begraben. [...] Ich selbst bin nahezu am Ende meiner Kraft und hoffe zuversichtlich, dass Sie meinen Hilfeschrei nicht ungehört verhallen lassen.“
Am 15. März 1939 verstarb Else Brosius Schwiegervater Otto Brosius, der zusammen mit ihrem Ehemann Eigentümer eines Schuhgeschäfts in der Grünen Straße 15 war. In Folge boykottierten die Nationalsozialisten das Geschäft und hinderten Else Brosius am Wareneinkauf, so dass das Familiengeschäft aufgegeben werden musste und die Familie ihr Einkommen verlor.
„Geben Sie uns unseren über alles geliebten Vater zurück!“
Friedrich Brosius war inzwischen im Konzentrationslager Buchenwald mit einer Postsperre bestraft worden, worauf Else noch im gleichen Jahr an den Kommandanten schrieb: „Es ist nun das dritte Mal, dass ich mit meinen beiden Mädchen Weihnachten allein feiere. Mein aeltestes Mädchen bittet als Weihnachtsgeschenk einen Brief von ihrem über alles geliebten Vater. Bitte gestatten Sie meinem Mann, seinem Töchterlein Urselein einen Brief zu senden.“
Ein Nachbar, der NSDAP-Mitglied war, verhinderte die Verhaftung von Else Brosius. Ohne Einkommen sah sie sich 1940 gezwungen mit ihren Töchtern Ursula (Uschi, acht Jahre) und Ingeborg (Inge, vier Jahre) zu ihren Eltern Gustav Hermann und Martha Kottner nach Dresden in die Klingenberger Straße 3 zu ziehen. Dort musste sie erleben, wie ihr Vater 1941 nach Folter in Gestapo-Haft verstarb und ihre Mutter 1943 erneut verhaftet und wegen Wehrkraftzersetzung angeklagt wurde.
Else Brosius und ihre Töchter verloren bei der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 ihre Wohnung, konnten sich aber retten und wurden von ihrer Schwester und ihrem Schwager Gretel und Bruno Seifert in Dittersdorf aufgenommen. Mutter und Ehemann überlebten das Kriegsende in Haft und Familie Brosius zog nach Wermelskirchen zurück.
(Krüger: Eine Bibel, S. 23–29.)
Gedenkzeichen
Seit dem 17. Mai 2002 erinnert in Wermelskirchen, Wielstraße 16, ein Stolperstein an Friedrich Brosius, den Ehemann von Else Brosius. Dies ist der erste Stolperstein, der in Wermelskirchen verlegt wurde.