Hanna Steinwachs, geb. Brandt
- Vorname(n)
- Hanna
- Geburtsname
- Brandt
- Nachname
- Steinwachs
- 1. Ehename
- Dauenhauer
- Geburtsdatum
- 18. Juli 1924
- Geburtsort
- Lodz, Polen
- Todesdatum
- 22. Juli 2007
- Todesort
- Karlstadt, Deutschland
- Beruf
- Näherin
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Kontakt mit Jehovas Zeugen ab 1937
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Elsa Brandt, geb. Schiefer (Mutter)
- Oskar Friedrich Jakobi (Onkel)
- Alma Jakobi, geb. Schiefer (Tante)
- Marta Rotz, geb. Schiefer (Tante)
- Else Ruth Affeld, geb. Brandt (Schwester)
- Irena Reich, geb. Brandt (Schwester)
- Ursula Syrowa, geb. Jakobi (Cousine)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Hanna Brandt wurde von ihrer Mutter im Glauben der Zeugen Jehovas erzogen. Ihr Vater Julius Brandt war kein Zeuge Jehovas, sondern NSDAP-Mitglied. Er war Blockwart und arbeitete als Landrat. In ihrem Elternhaus fanden dennoch illegale religiöse Zusammenkünfte statt, christliche Literatur und sogar ein von der Polizei gesuchter Glaubensbruder wurden versteckt.
Die Lehrerin fragte sie spöttisch, ob ihr Arm krank sei.
1939 sollte Hanna Brandt in der Schule mit „Heil Hitler“ grüßen. Zunächst konnte sie sich in der hintersten Reihe hinter anderen Schülern verstecken. Als die Klasse eines Tages einen neuen Klassenraum zugewiesen bekam, saß sie plötzlich in der ersten Reihe. Sie stand zur Begrüßung zwar auf, hob jedoch nicht den Arm, worauf die Lehrerin sie spöttisch fragte, ob ihr Arm krank sei. Als die Schülerin sagte, dass das Heil nicht von einem Menschen, sondern nur durch Christus komme, machte die Lehrerin eine Meldung und Hanna Brandt wurde zur Gestapo gebracht. Dort erklärte sie, dass sie ihre religiöse Überzeugung von ihrer verstorbenen Oma gelernt hätte. Sie wolle Gott treu bleiben, um ihre Oma in der Auferstehung wieder zu sehen. Zurückgekehrt in die Schule fand Hanna Brandt ihre Sachen auf dem Hof verstreut. Sie ging anschließend drei Monate nicht mehr in die Schule.
Eine Lehrerin empfahl Elsa Brandt, ihre Tochter könnte insgeheim von Hitler denken, was sie wolle, solange sie einfach mit „Heil Hitler“ grüße. Darauf fragte die Mutter, ob sie ihre Tochter zur Heuchlerin erziehen solle. Julius Brandt wurde zur Gestapo vorgeladen und ermahnt, besser auf seine Tochter aufzupassen. Aufgrund seiner Stellung wurde die Angelegenheit nicht weiter verfolgt.
(Privatarchiv T. Martin Krüger: Bericht Miriam Dauenhauer über Hanna Steinwachs.)