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Marta Rotz, geb. Schiefer

Vorname(n)
Marta
Geburtsname
Schiefer
Nachname
Rotz
1. Ehename
Salomon
Geburtsdatum
9. April 1906
Todesdatum
19. Juli 1999
Erstkontakt und/oder Taufe
Kam Ende der 1930er Jahre durch ihre Schwestern in Kontakt mit Jehovas Zeugen

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Marta Salomon, die nach dem Tod ihres Mannes wieder heiratete, kannte Zeugen Jehovas durch ihre Schwestern Elsa Brandt und Alma Jakobi. Als Alma und Friedrich Jakobi im Juni 1942 verhaftet wurden, befand sich deren Tochter Ursula gerade bei ihr. Sie meldete ihre Nichte daraufhin in ihrer Wohnung an und erhielt auch die Lebensmittelkarte für sie, bis Elsa Brandt das Kind in ihrer Familie aufnahm.

Nachdem Alma Jakobi im November 1942 in das KZ Auschwitz gebracht wurde, musste sie dort im Haushalt eines SS-Offiziers arbeiten. Bei einer Gelegenheit konnte Marta Salomon ihre Schwester besuchen und musste als Gegenleistung für die Frau des SS-Offiziers englische Stoffe und Geschirr aus Meißner Porzellan mitbringen. Martha reiste in Begleitung ihrer Nichte Irena Brandt mit der Bahn nach Auschwitz, wo sie von der Frau abgeholt wurden. In einem Hotel, das von der SS genutzt wurde, konnte sie der ebenfalls in Auschwitz inhaftierten Zeugin Jehovas Gertrud Ott 15 Briefe und religiöse Schriften für inhaftierte Glaubensschwestern übergeben. In einer Kammer des Hauses des SS-Offiziers, der nicht darüber informiert war, konnten Marta Salomon und Irena Brandt dann Alma Jakobi treffen. Sie brachten ihr auch Brot und Wein, was für die heimlich veranstaltete Abendmahlsfeier der Zeugen Jehovas in Auschwitz benötigt wurde. Bevor beide nach Lodz zurückkehrten, konnte Gertrud Ott ihnen Briefe von Zeuginnen Jehovas aus Auschwitz an die Angehörigen mitgeben.

(Privatarchiv T. Martin Krüger, Bericht Miriam Dauenhauer über Marta Rotz.)

Zwei Frauen, die je ein Kostüm tragen, gehen Arm in Arm eine Straße entlang.
Alma Jakobi (links) und ihre Schwester Marta Salomon, vor 1942 (UaP Miriam Dauenhauer).

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