Irena Reich, geb. Brandt
- Vorname(n)
- Irena
- Geburtsname
- Brandt
- Nachname
- Reich
- Geburtsdatum
- 16. Juli 1928
- Geburtsort
- Lodz, Polen
- Todesdatum
- 22. Dezember 2014
- Todesort
- Hannover, Deutschland
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Ab 1937 durch die Mutter Kontakt zu Zeugen Jehovas
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Elsa Brandt, geb. Schiefer (Mutter)
- Oskar Friedrich Jakobi (Onkel)
- Alma Jakobi, geb. Schiefer (Tante)
- Marta Rotz, geb. Schiefer (Tante)
- Else Ruth Affeld, geb. Brandt (Schwester)
- Hanna Steinwachs, geb. Brandt (Schwester)
- Ursula Syrowa, geb. Jakobi (Cousine)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Von ihrer Mutter wurde Irena im Glauben der Zeugen Jehovas erzogen. Ihr Vater Julius Brandt war kein Zeuge Jehovas. Er war NSDAP-Mitglied und Blockwart und arbeitete als Landrat. In ihrem Elternhaus fanden dennoch illegale religiöse Zusammenkünfte statt, christliche Literatur und sogar ein von der Polizei gesuchter Glaubensbruder wurden versteckt.
Irenas Tante Alma Jakobi wurde 1942 in das KZ Auschwitz deportiert und musste dort im Haushalt eines SS-Offiziers arbeiten. Die 15jährige Irena konnte ihre Tante einmal heimlich besuchen. Die Gelegenheit dazu bot sich, als sie der Frau des SS-Offiziers englische Stoffe und Meißner Geschirr brachte. Die Frau holte Irina, die sich in Begleitung ihrer Tante Marta Salomon befand, vom Bahnhof Auschwitz ab und die Frauen gingen zunächst in ein von der SS genutztes Hotel, um etwas zu essen. In dem Hotel musste Gertrud Ott arbeiten, eine ebenfalls in Auschwitz inhaftierte Zeugin Jehovas aus Lodz, die Irena Brandt und Marta Salomon gut bekannt war. Auf der Toilette des Hotels konnte Irena ihr heimlich 15 Briefe an inhaftierte Glaubensschwestern sowie religiöse Schriften übergeben. Im Anschluss trafen Irena Brandt und Marta Salomon dann in einer Kammer des Hauses des nicht darüber informierten SS-Offiziers Alma Jakobi. Sie brachten ihr u. a. Brot und Wein, was für die heimlich durchgeführte Abendmahlsfeier der Zeugen Jehovas in Auschwitz benötigt wurde. Bevor sie nach Lodz zurückkehrten, gab ihnen Gertrud Ott wiederum auf der Toilette des Hotels Briefe von Zeuginnen Jehovas aus Auschwitz an ihre Verwandten zu Hause mit.
(Privatarchiv T. Martin Krüger, Bericht Miriam Dauenhauer über Irena Reich.)