Martha Friedrich, geb. Jakobsen
- Vorname(n)
- Martha
- Geburtsname
- Jakobsen
- Nachname
- Friedrich
- Geburtsdatum
- 28. August 1893
- Geburtsort
- Lodz (Łódź), Polen
- Beruf
- Schneiderin
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Josef Friedrich (Ehemann)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Nach einem Verrat durch einen angeblichen Glaubensbruder erfolgte im Mai und Juni 1942 in Lodz und Umgebung eine Verhaftungswelle, der 14 Zeuginnen und mindestens fünf Zeugen Jehovas zum Opfer fielen. Im Mai 1942 wurden auch Martha und Josef Friedrich verhaftet. Martha Friedrich kam in das Frauen-Polizeigefängnis Lodz. Die Zeuginnen Jehovas konnten in der Haft Taschen mit Lebensmittel empfangen, in deren Futter Artikel der Zeitschrift „Der Wachtturm“ eingenäht waren. Als am 12. November 1942 13 Zeuginnen Jehovas in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurden, schmuggelten sie die Artikel in das Lager. In Auschwitz erhielt Martha Friedrich die Häftlingsnummer 24.404. Sie arbeitete im Kasino der Waffen-SS. Belegt ist, dass sie sich auf der Zahnstation des Häftlingskrankenhauses behandeln lassen musste.
Als sich die Rote Armee Auschwitz näherte, wurden bis zum 18. Januar 1945 die meisten Häftlinge evakuiert. Martha Friedrich gehörte zu einer Gruppe von zwölf Zeuginnen Jehovas, die am Zaun des Männerlagers zum Abschied von ihren Glaubensbrüdern das Bibelforscher-Lied „Alle Getreuen, alle Ergebenen sind von der Menschenfurcht frei“ sangen.
Die Frauen wurden auf einem Todesmarsch zunächst zwei Tage und Nächte zu Fuß in Richtung des Konzentrationslagers Groß-Rosen getrieben, woraufhin viele für einen Weitermarsch zu erschöpft waren. In der dritten Nacht erlaubte man ihnen, in einer Scheune in Loslau (heute Wodzisław Śląski, Polen) zu übernachten. Nach einem Aufenthalt in Groß-Rosen ging es weiter nach Buchenwald, wo die Häftlinge wegen Überfüllung nicht aufgenommen wurden. Über das KZ Mauthausen ging der Transport nach Bergen-Belsen. Von den 69 Zeuginnen Jehovas aus Auschwitz, die das Lager Bergen-Belsen am 26. Februar 1945 erreichten, wurden 26, darunter auch Martha Friedrich, am 3. März in das KZ Mittelbau-Dora gebracht. Martha Friedrich musste sich dort vom 15. bis 31. März im Krankenrevier behandeln lassen. Am 5. April verließen die Frauen Mittelbau-Dora auf einem Evakuierungsmarsch und wurden auf dem Weg zu einem KZ-Außenlager am 11. April 1945 in der Nähe von Deersheim durch alliierte Truppen befreit.
(Abt: Zusammen; Hermann: Hinter Stacheldraht, S. 180; Wontor-Cichy: Für den Glauben in Haft, S. 58, 66; Dornik: Gerettet, S. 69.)