Else Streich
- Vorname(n)
- Else
- Nachname
- Streich
- Geburtsdatum
- 17. Mai 1902
- Geburtsort
- Dapsalow, Polen (die Lage des Ortes konnte nicht festgestellt werden)
- Todesdatum
- März 1985
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Kontakt mit den Bibelforschern ab 1927
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Wilhelm Streich (Ehemann)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Nach einem Verrat durch einen angeblichen Glaubensbruder erfolgte im Mai und Juni 1942 in Lodz und Umgebung eine Verhaftungswelle, der 14 Zeuginnen und mindestens fünf Zeugen Jehovas zum Opfer fielen. Zu Beginn wurden am 4. Mai 1942 Else und Wilhelm Streich sowie Marta Lange verhaftet. Die Frauen kamen in das Frauen-Polizeigefängnis Lodz. Am 12. November 1942 wurden aus den Lodzer Haftanstalten 71 Männer und 24 Frauen auf einem gemeinsamen Transport in das KZ Auschwitz deportiert. Darunter befanden sich fünf Zeugen und 13 Zeuginnen Jehovas, so auch Else und Wilhelm Streich.
In Auschwitz erhielt Else Streich die Häftlingsnummer 24.422. Im Lager sah sie ihren Mann nur noch einmal. Er kam am 23. Februar 1943 in Auschwitz ums Leben. Als sich die Rote Armee Auschwitz näherte, wurden bis zum 18. Januar 1945 die meisten Häftlinge evakuiert. Else Streich gehörte mit Marta Lange zu einer Gruppe von zwölf Zeuginnen Jehovas, die am Zaun zum Männerlager als Abschied von ihren Glaubensbrüdern das Bibelforscher-Lied „Alle Getreuen, alle Ergebenen sind von der Menschenfurcht frei“ sangen.
Die Frauen wurden zunächst zwei Tage und Nächte zu Fuß in Richtung des Konzentrationslagers Groß-Rosen getrieben, worauf viele für einen Weitermarsch zu erschöpft waren. In der dritten Nacht erlaubte man ihnen, in einer Scheune in Loslau (heute Wodzisław Śląski, Polen) zu übernachten. Nach einem Aufenthalt in Groß-Rosen ging es weiter nach Buchenwald, wo die Häftlinge wegen Überfüllung nicht aufgenommen wurden. Über das KZ Mauthausen ging der Transport nach Bergen-Belsen. Von den 69 Zeuginnen Jehovas aus Auschwitz, die das Lager Bergen-Belsen am 26. Februar 1945 erreichten, wurden 26, auch Else Streich, am 3. März zum KZ Mittelbau-Dora transportiert. Dort befand sie sich vom 9. bis zum 23. März im Häftlingskrankenbau. Am 5. April wurden die Zeuginnen Jehovas auf einen Evakuierungsmarsch zu einem KZ-Außenlager getrieben und am 11. April 1945 in der Nähe von Deersheim durch alliierte Truppen befreit.
(Abt: Zusammen; Hermann: Hinter Stacheldraht, S. 188; Wontor-Cichy: Für den Glauben in Haft, S. 60, 66; Dornik: Gerettet, S. 69.)