Margarethe Seifert, geb. Kottner
- Vorname(n)
- Margarethe
- Geburtsname
- Kottner
- Nachname
- Seifert
- Geburtsdatum
- 1. Oktober 1901
- Geburtsort
- Dresden, Deutschland
- Beruf
- Weißnäherin
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Taufe als Bibelforscherin 1919
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Gustav Hermann Kottner (Vater)
- Martha Kottner, geb. Körbs (Mutter)
- Bruno Seifert (Ehemann)
- Else Brosius, geb. Kottner (Schwester)
- Friedrich Brosius (Schwager)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Martha Kottner, geb. Körbs (Mutter)
- Bruno Seifert (Ehemann)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Margarethe (Gretel) Kottner ließ sich gemeinsam mit ihrer Mutter Martha Kottner und ihrer jüngeren Schwester Else 1919 als Bibelforscherin taufen. Sie heiratete 1929 den Bibelforscher Bruno Seifert und zog zu ihm in sein Elternhaus nach Dittersdorf 12.
Bruno Seitert wurde bereits 1934 von seinem Arbeitgeber aufgrund seiner Religionszugehörigkeit entlassen. Auch das Gewerbe von Gretel Seifert als Weißnäherin, welches sie 1929 in Dittersdorf angemeldet hatte, wurde zum 7. Mai 1934 abgemeldet. Bis dahin hatte sie Unterwäsche, Tischwäsche und Bettwäsche, häufig aufwändig mit Spitzen und Stickereien verziert, hergestellt. Ob die Gewerbeabmeldung ebenfalls auf behördlichen Druck erfolgte, ist gegenwärtig nicht geklärt.
Am 19. Februar 1937 wurde Bruno Seifert verhaftet und zu einer achtmonatigen Strafe im Militärgefängnis Torgau verurteilt, die er bis zum 21. Oktober 1937 verbüßte. Während dieser Zeit wurde auch Gretel Seiferts Mutter, ihr Vater und ihr Schwager verhaftet und verurteilt. Gustav Hermann Kottner starb 1941 nach Folter in Polizeihaft. Martha Kottner kam Ende April 1945 aus der Haft frei.
Nachdem die elterliche Wohnung in Dresden ausgebombt worden war, fand Else Brosius bei ihrer Schwester Gretel und ihrem Schwager Bruno Seifert in Dittersdorf eine Unterkunft. Noch in Häftlingskleidung traf der Ehemann Friedrich Brosius im Juni 1945 nach acht Jahren KZ-Haft ebenfalls in Dittersdorf ein. Auch Martha Kottner wurde nach ihrer Freilassung aus der NS-Haft im Frühling 1945 in Dittersdorf aufgenommen.
(Krüger: Eine Bibel, S. 23–29.)
Widerstand und Verfolgung im Kommunismus
1950 wurde Bruno Seifert wegen seiner Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehovas erneut aus dem Postdienst entlassen und drei Tage in Untersuchungshaft genommen. Am 9. Februar 1954 erfolgte in Dittersdorf seine erneute Verhaftung. Er wurde in das Gefängnis Proschhübelstraße 6 in Dresden-Neustadt überstellt und dort am 15. März 1954 so schwer misshandelt, dass er noch am gleichen Tag im Stadtkrankenhaus Dresden-Johannstadt verstarb. Damit hatte Gretel Seifert nach ihrem Vater in der Zeit des Nationalsozialismus auch ihren Ehemann aufgrund der religiösen Verfolgung in der DDR durch den Tod verloren. (Krüger: Eine Bibel, S. 29.)